Umgang mit möglichen Nebenwirkungen der Behandlung

Nebenwirkungen der Chemotherapie

Chemotherapien haben oft Nebenwirkungen, die eine ausreichende Ernährung oft verhindern. Zusätzlich hat der Körper durch die Krebserkrankung einen bis zu einem 3-fach erhöhten Energiebedarf. Deshalb sind oft eine Ernährungsberatung und eine einleitende Ernährungstherapie notwendig um eine ausreichende Versorgung der Krebspatienten mit den lebenswichtigen Nährstoffen zu gewährleisten. Angesichts der möglichen Symptome fällt dies den Betroffenen zunehmend schwer.

Blut und Knochenmark

Produktion von Blut wird beeinträchtigt. Patienten sind während der Behandlungszeit anfällig für
• Infektionen,
• Blutarmut,
• Blutungen.
Deshalb wird das Blut der Patienten und dessen Zusammensetzung regelmäßig kontrolliert.

Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit mit Brechreiz und Erbrechen belastet die meisten Betroffenen am häufigsten. Inzwischen gibt es jedoch sehr gute Medikamente, die Übelkeit und Brechreiz wirksam unterdrücken.

Mögliche weitere Nebenwirkungen

• Beeinträchtigungen der Funktion der Schleimhäute, insbesondere im Mund, in der Speiseröhre oder im Darm.
• Entzündungen der Zunge und der Mundschleimhaut
• Nicht selten ist auch die Darmschleimhaut in Mitleidenschaft gezogen, so dass Darmentzündungen und Durchfällen vermehrt auftreten können.
• Zellen der Haarwurzeln erneuern sich rasch und werden daher durch die Medikamente oft geschädigt. Sichtbare Folge: vorübergehender Verlust der Kopf- und Körperbehaarung
• Hautveränderungen
• Taubheitsgefühl der Hände bzw. Füße

Praktische Tipps während der Chemotherapie

Allgemein
• Verzichten Sie auf Alkohol und Nikotin, -pflaster und -kaugummis
• Nehmen Sie nur die von ihrem Arzt verschriebenen Medikamente
• Informieren sie ihren Arzt, wenn sie komplementäre Mittel nutzen wollen (Nebenwirkungen / Wirkungsbeeinträchtigung).
• Schluckbeschwerden können bei Patienten den Wunsch zu essen unterdrücken, selbst wenn sie Appetit haben. Hilfe bieten hier Mundspülungen.

Schützen Sie sich vor Infektionen
• Meiden Sie Menschenansammlungen.
• Meiden Sie Personen mit ansteckenden Krankheiten.
• Gehen Sie bei Fieber, Schüttelfrost und Durchfall, der länger als zwei Tage dauert, oder brennendem Schmerz beim Wasserlassen sofort zu Ihrem Arzt.

Schützen Sie sich vor blutenden Wunden
• Vermeiden Sie Aspirin (unterdrückt Blutgerinnung) .
• Besondere Vorsicht beim Umgang mit spitzen Gegenständen, mit Messern und Werkzeugen .
• Vorsicht beim Schneiden der Finger- und Fußnägel.
• Nutzen sie bei blutendem Zahnfleisch Wattetupfer zur Zahnhygiene.
• Vermeiden Sie gefährliche Sportarten.

Tritt trotz Vorsicht eine blutende Wunde auf, drücken Sie ein sauberes Taschentuch einige Minuten lang fest auf die Wunde, bis die Blutung stoppt. Tut sie das nicht oder schwillt die Wunde an, gehen sie dringend zum Arzt.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Die Beschwerden bei bzw. nach der Strahlenbehandlung hängen (1) von der bisherigen Behandlung ab (Patient bereits operiert oder mit Chemotherapie behandelt) sowie (2) von Art und Umfang der Strahlentherapie ab. Grundsätzlich unterscheiden Ärzte bei der Strahlentherapie akute Nebenwirkungen (treten bereits während der Strahlentherapie auf) und Spätwirkungen, die erst nach der Behandlung eintreten können.

Akute Nebenwirkungen
• Schluckbeschwerden
• gerötete und gelegentlich auch braun gefärbte Haut
• trockene und/oder juckende bzw. schuppige Haut
• liegt die Speiserohre im Bestrahlungsfeld, kann sie sich entzünden. Patienten können dann schlecht schlucken, und das Essen fällt Ihnen schwer.

Spätwirkungen
• Teile der gesunden Lunge und des Herzens werden zwangsläufig mit bestrahlt. In seltenen Fällen kann es deshalb in den Wochen bzw. Monaten nach der Behandlung (1) zu einer Lungenentzündung sowie Vernarbungen des Lungengewebes und (2) einer Verringerung der Herzleistung kommen. Es besteht zusätzlich die Gefahr einer Verengung der Herzkranzgefäße.

Bei allen Fragen zu Nebenwirkungen und potentiellen Risiken der Behandlung können Sie sich vertrauensvoll an Ihren behandelnden Arzt wenden. Er wird Sie hierzu umfassend informieren.

Empfehlungen der Deutschen Krebshilfe e.V. (46) für die Zeit der Bestrahlung bei Lungenkrebs:

  • Am wichtigsten: Rauchen Sie nicht!
  • Tabakrauch ist Gift für die Schleimhäute und führt dazu, dass schon früh Nebenwirkungen auftreten, die meist auch deutlich stärker sind als bei Nichtrauchern.
  • Außerdem ist bei Betroffenen mit Lungenkrebs die Funktion der Lunge durch die Erkrankung oder auch durch die Operation oft bereits vermindert. Viele leiden auch unter einem chronischen Husten. Tabakrauch kann diese Symptome verstärken.
  • Trinken Sie Alkohol höchstens in kleinen Mengen.Verzichten Sie auf jeden Fall auf hochprozentige Spirituosen.
  • Meiden Sie auch zu heiße oder zu scharf gewürzte Nahrungsmittel und Getränke, die sehr viel Säure enthalten.
  • Tragen Sie während der Bestrahlung Kleidung,die nicht reibt oder scheuert und Sie nicht einengt. Am besten sind Blusen oder Hemden aus Baumwolle oder Seide; sie lassen die Haut atmen. In Kleidung aus Kunstfasern schwitzen Sie dagegen leicht.
  • Schützen Sie die bestrahlte Haut während der Strahlentherapie vor direkter Sonneneinstrahlung. Decken Sie die Haut ab, wenn Sie sich bei Sonnenschein im Freien aufhalten, und verwenden Sie keine Sonnenschutzmittel. Auch in den ersten Monaten nach der Bestrahlung kann die Haut noch besonders empfindlich gegen UV-Strahlung sein. Wenn Ihre Haut sich von eventuellen Reaktionen auf die Bestrahlung wieder erholt hat, können Sie auch wieder vorsichtig in die Sonne gehen. Verwenden Sie dann aber immer ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor.

Mögliche Nebenwirkungen der TKI-Therapie

Obwohl Tyrosinkinaseinhibitoren oder auch Tyrosinkinase-Hemmer (TKI) im Vergleich zu klassischen Zytostatika deutlich selektiver wirken und dadurch besser verträglich sind, können sie ein breites Nebenwirkungsspektrum aufweisen, das sich vom Toxizitätsprofil der klassischen Chemotherapie deutlich unterscheidet. Häufige Nebenwirkungen sind

• Müdigkeit,
• Durchfall (Diarrhö),
• Mukositis (Entzündung der Schleimhaut),
• Hautausschlag (Rash) sowie
• Hypertonie (Bluthochdruck) und Blutbild-Veränderungen.



Letzte Aktualisierung:
30.01.2020

Referenzen:
(46) Deutsche Krebshilfe: Strahlentherapie. Die blauen Ratgeber 53. Bonn, 2019.
(47) Tyrosinkinasehemmer bei Lungenkrebs. In: www.der-zweite-atem.de. Zuletzt abgerufen: 29.01.2020.
(48) Lungenkrebs (Grün-Gelbe Reihe Nr. 22). Sächsische Krebsgesellschaft e.V., 2016.
(49) Sächsische Krebsgesellschaft e.V.: Material Onkolotse, Tumore der Atemwege. Sächsische Krebsgesellschaft e.V., 2013.
(50) Schmidt S und Gastl G: Zielgerichtete Therapie - Tyrosinkinaseinhibitoren in der klinischen Onkologie. In: Onkologie heute, 03/2015.

Fotonachweis:
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