Nachsorge

Regelmäßige Kontrolle

Regelmäßige Nachuntersuchungen im Anschluss an die primäre Behandlung Ihres Prostatakrebses dienen dazu, mögliche Spätfolgen und Nebenwirkungen weiter zu behandeln. Darüber hinaus soll das Auftreten einer erneuten Krebserkrankung (ein sogenanntes Rezidiv) früh erkannt werden.

Laut Leitlinie Prostatakrebs soll die Nachsorge spätestens zwölf Wochen nach Abschluss der Behandlung beginnen. Dabei soll der PSA- Wert bestimmt werden. Bleibt dieser stabil wird eine zusätzliche Tastuntersuchung nicht empfohlen.

Rezidiv - Was sagt die Leitlinie?

Steigt im Verlaufe der Nachkontrollen der PSA-Wert an, kann das laut Leitlinie ein Anzeichen dafür sein, dass der Tumor an Ort und Stelle wieder wächst. Die Fachleute sprechen dann von einem Rezidiv. Etwa 3 von 10 Männern erleiden nach einer Behandlung ein Rezidiv.

Die Leitlinie Prostatakrebs definiert es wie folgt:

  • wenn nach radikaler Prostatektomie der PSA-Wert auf mehr als 0,2 ng/ml ansteigt (bestätigt durch eine zweite Messung),
    oder
  • wenn nach einer Bestrahlung der PSA-Wert um mehr als 2 ng/ml über dem tiefsten Wert liegt, der nach der Bestrahlung gemessen wurde (bestätigt durch eine zweite Messung).

Ein solches biochemisches Rezidiv, das heißt, ein Anstieg des PSA-Wertes ohne weitere Beschwerden oder Anzeichen von Tumorwachstum, kann bei guten Ausgangswerten zunächst nur beobachtet werden.

Scheint aber eine Behandlung angezeigt, dann kommen als Möglichkeiten in Frage:

  • eine Operation, wenn die Erstbehandlung eine Bestrahlung war,
  • eine Bestrahlung, wenn die Erstbehandlung eine Operation war oder
  • bei Rezidiv nach einer Bestrahlung kann auch HIFU zur Behandlung eingesetzt werden (experimentelles Verfahren).

Bevor Sie sich zu einer Behandlung des Rezidivs entschließen, müssen die Ärztinnen und Ärzte möglichst ausschließen, dass der Krebs bereits in die Knochen oder in andere Organe gestreut hat. Zur Abschätzung dienen dabei die PSA-Verdopplungszeit, die Zeit bis zum Auftreten des Rezidivs und der Gleason-Score.

Unterstützend kann hier auch das sogenannte PSMA-PET, zum Einsatz kommen. Die vorliegenden Studien dazu haben noch erhebliche Mängel, deuten aber darauf hin, dass sich mit diesem Verfahren etwas besser erkennen lässt, ob der Krebs bereits in den ganzen Körper gestreut hat. Ist dies der Fall, empfehlen die Experten andere Behandlungsmöglichkeiten.

Zur genauen Planung des weiteren Vorgehens können deshalb unter Umständen zusätzliche Untersuchungen hilfreich sein:

  • Ein Rezidiv nach Strahlentherapie sollte nach Meinung der Experten mit einer Gewebeprobe gesichert werden, wenn eine Operation für Sie in Frage kommt.
  • Ein Rezidiv nach einer Operation soll nach Meinung der Experten dagegen nicht durch eine Gewebeprobe gesichert werden.
  • Nur wenn Sie Beschwerden haben oder eine weitere Behandlung erwägen, sollen nach Meinung der Experten bildgebende Verfah- ren eingesetzt werden.
  • Eine Skelettszintigraphie zur Abklärung von Knochenmetastasen soll nach Meinung der Experten nur erfolgen, wenn Sie Beschwer- den haben oder der PSA-Wert über 10 ng/ml liegt.


Letzte Aktualisierung:
31.01.2020

(56) „Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Stiftung Deutsche Krebshilfe: Prostatakrebs I – Lokal begrenztes Prostatakarzinom. Ein evidenzbasierter Patientenratgeber zur S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms. Informationen für Männer. Berlin, 2018.

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