Darmkrebs in Sachsen

Die Diagnose Krebs kommt für viele Betroffene wie aus heiterem Himmel. Sie ist verbunden mit Ängsten und Verunsicherungen, aus denen sich viele Fragen ergeben. Zum Beispiel: Wie werden die nächsten Wochen und Monate aussehen? Wie weit ist die Erkrankung fortgeschritten? Ist die Erkrankung heilbar? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Man fühlt sich mit diesen Fragen zunächst sehr isoliert. Dabei sind Krebserkrankungen durchaus nicht selten. Gerade Darmkrebs – und damit ist in der Regel Dickdarmkrebs gemeint – ist eine der häufigsten Krebserkrankungen.

Auf den folgenden Seiten möchten wir sowohl Betroffene, also Patienten und ihre Angehörigen, als auch nicht-betroffene Menschen über Darmkrebs informieren und einen Beitrag zur Aufklärung über die Erkrankung leisten. Dabei sollen die wichtigsten Fragen beantwortet und eventuell bestehende Unklarheiten beseitigt werden.

Was ist Darmkrebs?

Unter der umgangssprachlichen Bezeichnung Darmkrebs werden alle Krebs-Erkrankungen des Dickdarms, des Mastdarms und seltenere Krebs-Erkrankungen des Afters zusammengefasst. Laut Robert-Koch-Institut ist der Darmkrebs die zweithäufigste Tumorerkrankung hinter Brustkrebs (Frauen) und Prostatakrebs (Männer). Darmkrebs hat dabei einen Anteil von rund 14 Prozent an allen Krebsneuerkrankungen in Deutschland und ist dabei auch die zweithäufigste Krebstodesursache. Schaut man sich das Alter der Betroffenen an, so steigt das Risiko, an einem Darmkrebs zu erkranken mit fortschreitendem Alter stetig an. Über die Hälfte der Betroffenen erkrankt ab dem 70. Lebensjahr, nur etwa 10 Prozent sind jünger als 55 Jahre.

Darmkrebs gehört zu den Krebserkrankungen mit mittlerer Prognose, fünf Jahre nach Diagnosestellung lebt noch etwa die Hälfte der Erkrankten. Konkret liegen "die relativen 5-Jahres-Überlebensraten mit Darmkrebs liegen für Frauen und Männer um 63 % bzw. 62 %." (1)

Im Jahre 2016 wurde bei rund 58.290 Menschen in Deutschland eine solche Diagnose gestellt (1). Damit ist Darmkrebs bei Männern die dritthäufigste und bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung. Für das Jahr 2020 wird erwartet, dass die Neuerkrankungsraten sinken, auf deutschlandweit auf rund 55.400 (1).

Im Freistaat Sachsen betrafen 2016 insgesamt 1.148 Krebsneuerkrankungen bei Männer und 971 bei Frauen den Dickdarmkrebs (Kolon) bzw. 1.234 den Mastdarm (Rektum, 777 Männer und 457 Frauen). 2014/15 verstarben durchschnittlich 1.501 Patientinnen und Patienten pro Jahr an Darmkrebs (2).

Dabei führen bessere Diagnose- und Therapiemöglichkeiten zu immer längeren Überlebenszeiten. Verbunden mit dem demografischen Wandel wird deshalb die Zahl der Menschen, die mit der Diagnose und der Krankheit Krebs leben, weiter zunehmen. Darum ist die Bereitstellung seriöser, qualitätsgeprüfter Informationen, die Sicherstellung psychosozialer und psychoonkologischer Betreuungsangebote und eine qualitätsgesicherte Nachsorge von zunehmender Bedeutung.



Letzte Aktualisierung:
31.01.2020

Referenzen:
(1) Robert Koch - Institut, Zentrum für Krebsregisterdaten, GEKID e. V. (Hrsg): Krebs in Deutschland. 2015/2016, 12. Ausgabe [eingesehen am 15.01.2020]
(2) Gemeinsame Geschäftsstelle der klinischen Krebsregister in Sachsen bei der Sächsischen Landesärztekammer, Körperschaft des öffentlichen Rechts (Hrsg.): Jahresbericht der klinischen Krebsregister in Sachsen. Dresden. Juli 2019
(3) Dobroschke J et al.: Kolorektales Karzinom. Gelb-grüne Reihe Nr. 29 der Sächsischen Krebsgesellschaft e.V. Zwickau, 2013.

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